Ein Mosaik mit ALLEN

Ein Kunstwerk – ein Werk von allen Schülerinnen und Schülern, getragen vom Herzensthema der Schule: Vielfalt und Toleranz.

In den Wochen gegen Rassismus 2026 starten wir ein Mosaikprojekt mit allen!
Mit allen – das bedeutet hier: über 1000 Menschen. Das scheint fast unmöglich. Es ist verrückt. Und doch haben wir es tatsächlich geschafft.

Im Januar beginnt alles mit einem Entwurf. Die alte Linde, ein Baum, der an der Schule als Treffpunkt gilt, wird zum zentralen Motiv. Die Gruppe von Schüler*innen, die unter dem Baum steht, wird gleichsam eingerahmt – der Baum gibt ihnen Schutz.

Diese Gruppe ist bewusst vielfältig gestaltet. Betrachtet man sie von rechts nach links, sind die Figuren in Regenbogenfarben gekleidet. Haut- und Haarfarben sind so unterschiedlich, wie es unsere Farbpalette zulässt. Die Gesten sind zugewandt und unterstützend – die Gruppe strahlt Gemeinschaft aus, in all ihrer Unterschiedlichkeit.

Im Februar wird die Aula zum Kunstsaal. Alle 30 Minuten kommen neue Gruppen und fertigen kleine Zeichnungen auf Fliesen an. Diese werden später gebrannt und finden ihren Platz im großen Mosaikwerk. Die Schüler*innen zeichnen alles, was zu ihrer Schule passt oder was man in einem Baum entdecken kann. So entstehen über 1000 Zeichnungen: Blätter und Blüten, Käfer und Vögel, Spinnen und Eulen.

Auch viele Wörter werden gestaltet. Alle überlegen gemeinsam: Was passt zu uns? Welche Worte wollen wir stärken? Welche Begriffe stellen wir in den Vordergrund? So entsteht eine bunte Sammlung von Worten und Gedanken: Frieden, Liebe, Mut, Wir, Bunt – und ganz viel „Love“. Daneben finden sich auch ganz persönliche Beiträge wie „I love Döner“, „HSV“ oder „Sixseven“.

Im März erstellen 240 Kinder Mosaike auf Netzen. So entstehen viele kleine Motive – und viele können aktiv teilhaben.

Im April beginnt schließlich die Arbeit an der Wand. Die vorbereiteten Netze werden angebracht, weitere Motive direkt auf die Wand gezeichnet und umgesetzt. Abschnitt für Abschnitt wächst das Bild mit Fliesenkleber. Nach dem Stamm folgen die Äste, dann die geschwungenen Zweige mit ihren Blättern. Die Figuren bekommen Hälse, Körper, Arme und Beine. Ein Boden aus Grün und Blau entsteht, dazu ein Hintergrund aus hellen Ovalen, die wie kleine eigene Welten wirken.

Nach Fertigstellung und Verfugung im Mai wird das Kunstwerk feierlich eröffnet.

Besonders wertvoll ist die Offenheit in der letzten Projektphase. Immer wieder fragen Kinder spontan, ob sie mitmachen dürfen – viele kommen mehrfach zurück. Die Begeisterung, Teil dieses Prozesses zu sein und die Entwicklung der Wand zu verfolgen, ist groß. Das handwerkliche Geschick wächst sichtbar von Tag zu Tag. Die Kinder zeigen sich gegenseitig, wie es geht, und bringen ihre eigenen Ideen ein. Viele treten später an die Wand, um ihr eigenes kleines Werk wiederzufinden.

Die Arbeit mit Fliesen, Werkzeugen, Klebern und Mosaiksteinen eröffnet viele unterschiedliche Aufgaben. Gemeinsam erleben wir, wie aus vielen einzelnen Schritten ein großes Ganzes entsteht – ein Kunstwerk, das über viele Jahre sichtbar bleiben wird.

Ein besonderer Dank gilt der Künstlerin Swantje Crone, die dieses Projekt mit großer Erfahrung, Kreativität und Offenheit begleitet und gestaltet hat. Ebenso danken wir ihr für die einfühlsame und inspirierende Arbeit mit den Kindern, durch die so viele eigene Ideen ihren Platz im Gesamtwerk finden konnten.

Wir danken allen Menschen in der Schule für ihre große Flexibilität und Aufgeschlossenheit sowie für die Unterstützung und aktive Beteiligung.

Die Bugenhagenschule und Swantje Crone haben mit diesem Projekt nicht nur ein Kunstwerk für die Schule geschaffen – sie haben den Kindern eine besondere Erfahrung ermöglicht. Dafür danken wir von Herzen.

Flyer „Atelier Swantje Crone