Wie wir die Klimatechnik in Schulen revolutionieren wollen und bundesweit Förderung erhalten!
An unserer Schule gibt es ein klares Ziel: Wir wollen den CO₂-Ausstoß aktiv senken. Da das Heizen laut dem Klimaschuleprogramm in Hamburg satte 47 % der jährlichen Emissionen (Klimaschule report) an Schulen ausmacht, haben wir in der gymnasialen Oberstufe das Projekt „Wir werden es selber machen! (We’ll do it ourselves!)“ ins Leben gerufen. Unser Ziel ist es, durch intelligentes Monitoring die Temperatur (Das Projekt wurde von den Schülern „Tempmon“ genannt, kurz für „Temperature Monitoring“) in unseren Klassenräumen zu dokumentieren und so unnötige Energieverschwendung zu vermeiden.
Der 300-Euro-Schock: Warum wir umgedacht haben
Die größte Hürde war anfangs der Preis. Professionelle Sensoren, wie sie oft in Klimaschutzprogrammen genutzt werden, kosten fast 300 Euro pro Stück. Bei der Anzahl an Räumen (etwa 50) an unserer Schule wäre das finanziell kaum machbar gewesen.
Doch wir haben eine Lösung gefunden: Wir bauen unsere Sensoren einfach selbst! Durch den Einsatz von offener Hardware und Software konnten wir die Kosten pro Sensor auf gerade einmal 10 Euro senken (siehe Foto unten; ein ESP 32 kostet 6,80 € und das Material für den 3D-Drucker sowie den Temperatursensor 2–3 €).

Technik, die verbindet: ESP32 und Open Source Programmierung
Wie haben wir das geschafft? Das Herzstück unserer Sensoren ist das ESP32-Entwicklungsboard, kombiniert mit einem DHT 22-Sensor für Temperatur und Feuchtigkeit. Anstatt teure fertige Systeme zu kaufen, nutzen wir unser eigenes Wissen, setzen die Komponenten selbst zusammen und programmieren den Code zum Auslesen der Daten.
Besonders stolz sind wir darauf, dass wir unseren eigenen Server betreiben und die gesamte Programmierung als „Open Source“ lizenziert haben und wir haben sie ins Internet (GitHub-Repository) gestellt. Das bedeutet, dass jede Schule weltweit unseren Code nutzen und verbessern kann. Tatsächlich gibt es bereits erste Anfragen von Schulen aus der Region, aber auch aus Chile und Bangladesch, die unser Bugi-Konzept und Technologie übernehmen wollen.
Erfolg beim „Naturkinder“-Fonds
Auch wenn wir die Kosten pro Sensor massiv gesenkt haben, benötigten wir für die Ausstattung der gesamten Schule mit 50 Einheiten, Minicomputer, Kabeln und zusätzlichen Materialien wie 3D-Druck-Komponenten trotzdem finanzielle Unterstützung.
Deshalb haben wir uns beim Förderprogramm „Naturkinder“ beworben, einer gemeinsamen Initiative von ROSSMANN und Persil. Unter dem Motto „Natur erleben, schätzen und schützen“ wurden bundesweit innovative Projekte gesucht, die das Umweltbewusstsein fördern.
Mit Erfolg: Unser Projekt wurde als eines der 23 besten Projekte Deutschlands ausgewählt! Wir freuen uns riesig über die Förderung in Höhe von 2.000 Euro, die es uns ermöglicht, unsere Vision in die Tat umzusetzen und einen echten Beitrag zum Naturschutz zu leisten.
Von nun an ist es unser Ziel: Die Daten zu analysieren und gemeinsam die CO₂-Emissionen zu senken – mit den parallelen Projekten, die ebenfalls gestartet sind, wie zum Beispiel die Umsetzung der Initiative „20° sind genug!“ (Plakat in einfacher Sprache und mit Metacon-Symbolen), sowie mit den verschiedenen Initiativen in den unterschiedlichen Klassenstufen und Schulen, wie dem Klima-Klassen-Wettbewerb der Unterstufe.
Miguel Rodriguez Lopez